Hurghada … Ruhe, Sonne und Meer

Hurghada in Ägypten war nicht unsere erste Wahl. Eigentlich sollte es nach Gran Canaria gehen. Aber die nette Reisekauffrau von Maxholiday am Flughafen Schönefeld konnte uns, trotz unserer Bedenken (Reisewarnungen etc.), für das Giftun Azur Beach Resort in Hurghada/Ägypten begeistern. “Ihr bekommt dort einfach mehr für euer Geld”, meinte sie und hatte wahrscheinlich sogar Recht. Auch unserem Ansinnen nach maximaler Erholung und Ruhe sollte die Reise ans Rote Meer entgegenkommen. Na dann, gebucht!

Hurghada, wir kommen!

Am 17.03.2014 war es dann endlich soweit. Aufstehen um 3:45 Uhr, dass ging schon mal gut los. Um keine Hektik aufkommen zu lassen, startete die Reise mit einem Taxi. Am Flughafen Schönefeld kamen wir leider nicht so schnell durch die Kontrollen. An Station 1 hatte sich der Windows Rechner verabschiedet. Natürlich in der Reihe, für die ich mich entschieden hatte. Olle Murphy wieder. Zeit für eine Tasse teuren überteuerten Kaffee war dann aber doch noch. Meine Flugangst begann sich dann auch langsam bemerkbar zu machen. Herzrasen und so Zeug. Aber was muss, das muss. Also Augen zu und durch. An Bord der Condor, die an diesem Tag von Captain Huber (waschechter Bayer mit native language btw.) bewegt wurde, zurrte ich dann erstmal den Gurt ganz fest und brachte den Sitz in eine aufrechte Position, oder umgekehrt, ich weiss das nicht mehr so genau. Der Start war dann, wie erwartet, eine grosse Herausforderung an meinen Körper. Aber wie wir Jäger und Sammler so sind: “Alles in Ordnung, mir gehts gut!”. Oben angekommen gab es dann erstmal Frühstück. Maximale Ablenkung. Der Anflug über Ägypten war dann echt beeindruckend. Klarer Himmel bot den besten Blick auf den afrikanischen Kontinent. Über die Gefühle bei der Landung schweige ich mich dann mal aus, es war ganz äääh ok 😉

Mit dem Condor nach Hurghada

Mit dem Condor nach Hurghada

Nach vier Stunden Flugzeit hatten wir dann endlich wieder festen Boden unter den Füssen. Den obligatorischen Kniefall habe ich mir erspart. Das Wetter war fantastisch, blauer Himmel und ca. 30 Grad. Der Flughafen von Hurghada erinnerte mich irgendwie an den Strausberger Sportflughafen, in afrikanisch. Mit dem Bus, der uns zur Abfertigung brachte, bin ich wohl schon mal gefahren, 1980, in Ostberlin. Aber Ankommen ist ja bekanntlich alles. Dann ging alles sehr schnell, für je 17 Euro Einreisevisa gekauft, Stempel drauf, Gepäck gesucht, Gepäck gefunden und ab dafür. Irgendwie ging mir das alles zu schnell. Ein grosses Sicherheitsgefühl hat das bei mir nicht wirklich hinterlassen. Anyway. Draussen erwarteten uns dann die “Marktschreier” der Reisegesellschaften, die uns zum richtigen Bus leiteten. Und es war wieder ein Vorkriegsmodell. Zum Glück war unsere Hotel die erste Haltestelle. Nach ca. 15 Minuten, vorbei an einer schwer bewaffneten Polizeistation, waren wir dann am Ziel: Giftun Azur Beach Resort (Yousef Afify Street,Tourists walk,Hurghada).

The Beach

The Beach

Auch am Hoteleingang war Polizei stationiert, mit so einem Sicherheitsding zum Durchlaufen. Piepte laufend, interessierte aber niemanden. Am Empfang war alles sehr stressfrei. Da das Hotel nicht ausgebucht war, bot man uns an, unser “Sparzimmer” gegen ein Zimmer mit seitlichem Meerblick zu tauschen, ohne Aufpreis. Das haben wir natürlich dankend angenommen. Die Koffer durfte ich nicht mehr anfassen. “Das ist mein Job!” Na dann. Wir folgten dem netten Ägypter, der uns zu unserem Zimmer führte. Ein ganzer schön langer Weg, den wir da bestreiten mussten. Die Anlage ist echt riesig. Bei voller Belegung muss das die Hölle sein. Das Hotel hat mit seinen 30 Jahren bestimmt schon seine besten Zeiten hinter sich. Hier und da konnte man ausgebesserte Stellen und leichte Sicherheitsdefizite (z.B. alte Feuerlöscher, blanke Kabel an Steckdosen)erkenne. Aber nichts, was uns den Urlaub verderben konnte. Die Anlage mit seinen Palmengärten zwischen den Bungalows war sauber und einigermassen gepflegt. Das Zimmer war echt ok. Grosses Schlafzimmer, Balkon mit Meerblick und ein auf den ersten Blick sauberes Bad stellten uns zufrieden. Erstmal Koffer abstellen und dann aber auch gleich ab zum Strand. Der warme Sand, das türkisfarbenen und klare Wasser, ein Traum! Der erste Blick über den Beach versprach schon mal einen tollen Urlaub. Als sich die erste (positive) Aufregung legte, kam auch schon das erste Hüngerchen. Direkt am Strand war das Mittagsbuffet aufgebaut. Es war schon 15:00 Uhr, aber es gab immer noch eine grosse Auswahl an leckeren Speisen. Die Bedienung war auch immer sehr zuvorkommend. Das erste Urlaubsbier war voll lecker.

Nach der ersten Mahlzeit legten wir uns dann erstmal an den Pool. Auch hier alles sehr sauber und das Wasser angenehm warm. Die Sonne war herrlich. Die Anlage war gefühlt nur zur Hälfte belegt. Es gab also jeden Tag genug Platz, immer freie Liegen und vor allem: Ruhe. Überall war eine Bar in Reichweite. Kaffee und Kuchen gab es dann auch gleich. Wer will denn unter diesen Umständen jemals wieder nach Hause? Gegen 16:30 Uhr ging dann die Sonne unter. Das merkte man dann auch an der Besucherdichte, die minütlich schwand. Vorbereitung für die nächste Mahlzeit stand dann auf dem Plan. Die Abendfütterung fand im Haupthaus statt. Wieder grosses Buffet, wieder sehr gute Auswahl, wieder alles sehr lecker. Die Bedienungen waren mehrsprachig unterwegs. Deutsch, englisch, holländisch, schwedisch, russisch, kein Problem, jeder bekam das Richtige. Anschliessend dann der erste, zweite, dritte Cocktail. So richtig lange haben wir dann nicht durchgehalten, Müdigkeit machte sich breit. War ja auch ein langer Tag, aber ein sehr schöner.

Hurghada, wir bleiben!

Der nächste Morgen und die jeweils nächsten Tage starteten dann jeweils mit einem ordentlichen Frühstück im Haupthaus. Meistens haben wir uns auf der grossen Terrasse niedergelassen. An den Kaffee muss man sich erstmal gewöhnen. Erinnerte mich an frühere FDGB Reisen. Aber kein Grund zu grösserer Kritik. Immer Mittwochs und Sonnabends gab es Frühstück am Strand. Einmal fiel das aus, wegen schlechtem Wetter, was auch immer die hier mit schlechtem Wetter meinen. Nach dem Morgenmahl hat sich dann bei uns eine kleine Internetzstunde etabliert. Das kostenlose WLAN in der Lobby war nicht das schnellste, aber für ein paar Fotos und die tägliche Mailtschekkung reichte es voll aus. Die treuen Follower auf Facebook, Twitter und Instagram mussten ja schliesslich auf dem Laufenden gehalten werden. Danach dann wieder Strand, Mittag, Strand, Kaffee, Strand, Abendessen, Internetz, ein paar Drinks an der Bar, Stube … täglich grüsst das Dingsbums. Ein Traum von einem Urlaub, für uns jedenfalls. Wie immer gab es natürlich ein paar Germanen, die nur am Meckern waren. Fremdschämen kam schon mal vor. Was soll’s. Dafür ist unsere Nation weltweit bekannt.

Natürlich war nicht alles perfekt. Uns haben besonders die Werber genervt, die täglich ihre Bootstouren, Tauchkurse, Massagen, Busfahrten durch Hurghada etc. angeboten haben. Am zweiten Tag waren das sechs verschiedene Nervbolde innerhalb einer Stunde. Ich bin fast kollabiert. Ein Nein war für die Jungs kein Grund uns nicht weiter vollzulabern. Aber nach ein paar Tagen intensiver Kopfschüttelung hatten sie es wohl endlich kapiert, bei den beiden Berlinern ist nichts zu holen. Was mich aber richtig und einmalig aufgeregt hat, war die Reiseleitung (Neckermann/Bucher) vor Ort. Schon am ersten Tag bekamen wir eine Einladung, zu einem Begrüssungstreffen. Erwartet hätten wir Tipps und Tricks zum Umgang mit Land und Leuten. “Das soll hier keine Verkaufsshow sein” hat er gesagt. Nein? Nur darum ging es. Er wollte einfach nur seine Tagestouren verticken. Auch Kairo, Luxor und Wüstenfahrten hatte er im Angebot. Gerade vor diese Touren hat doch das Auswärtige Amt eindringlich gewarnt. Auf Nachfrage kam dann: “Ach da ist alles in Ordnung. Wir haben gerade ein paar Urlauber in Kairo und Luxor.” Auf die Reisewarnungen ging er gar nicht ein. Bei Fragen zu ganz gewöhnlichen Dingen verwies er ganz frech an die Rezeption. Mangelhaft!

Giftun Azur Beach Resort in Hurghada

Giftun Azur Beach Resort in Hurghada

Das war es dann auch mit der Kritik. Der Rest der Hotelcrew hat anständige Arbeit geleistet. Vom Koch über die Bedienung zum Zimmermann (Zimmermädchen gab es keine), alle haben ihr bestes gegeben, um uns ein paar schöne Tage in Hurghada zu bereiten. Das haben Sie geschafft! So tiefenentspannt waren wir noch nie. Wer Ruhe und maximale Erholung sucht, der ist im Giftun Beach genau richtig, zumindestens zu dieser Jahreszeit. Für uns der perfekte Urlaub. Ein Kompliment auch an das Animations-Team. Sie agierten im Hintergrund, niemandem wurde etwas aufgedrängelt. So muss das sein. Aber auch die schönste Zeit geht mal zu Ende … Eingeläutet wurde das Ende von einer zunehmenden Schar an neuen Urlaubern an unseren letzten beiden Urlaubstagen. Lange Schlangen an der Futterstätte, die guten Liegeplätze wurden knapp und es wurde laut. Das machte uns den Abschied nicht ganz so schwer. Den letzten Tag haben wir dann volle Kanne am Strand verbracht, bis zum letzten Sonnenzipfel. Bei etlichen Cocktails haben wir dann den ersten gemeinsamen Urlaub ausklingen lassen.

Hurghada, wir müssen wieder heimwärts!

Am Abreisetag haben wir dann noch mal ganz entspannt am Strand gefrühstückt, in Ruhe gepackt und in der Lobby das WLAN ausgelastet. Ein kleines Ärgernis gab es dann aber doch noch. Wir hatten noch ca. drei Stunden Zeit, bis der Bus zum Flughafen erscheinen sollte. Eigentlich wollten wir nochmal zum Strand. Die Gepäckaufbewahrung sollte dann je Koffer oder Reisetasche 10 Euro kosten. Ich bin gewiss nicht knauserig. Aber das ist für mich ein absolutes Unding. Naja, irgendwas ist ja immer. Die netten Kofferträger haben dann unser Gepäck bewacht und wir waren noch mal am Beach, lecker Mittag essen. Trotz des kleinen Abschlussfauxpas überwiegen die schöne Erinnerungen an unsere Reise nach Hurghada. Prädikat: Hamma!

Pünktlich um 15:00 Uhr kam dann der Bus. Mitten auf der Strecke hielt er noch mal an und es stieg ein Mann ein, der uns sagte, dass wir in drei Minuten am Flughafen von Hurghada ankommen. Ach ja, und ob wir noch Kleingeld in Euroscheine wechseln könnten, Kleingeld für 100 Euro. Diese Frage bekamen wir im Hotel übrigens auch täglich und mehrfach gestellt. Nur mal so am Rande. Am Flughafen angekommen war der Urlaub nun aber auch endgültig vorbei. Stress pur. Lange Schlangen, lautes Stimmengewirr, schlechte Luft. Genau das richtige für mich. Wir waren froh, als wir dann endlich in das Flugzeug steigen durften. Dann der nächste Schreck, der Captain flog nicht selbst, sondern die Co-Pilotin! Kleiner Scherz am Rande. Die Dame flog den Condor richtig gut. Leider hatten wir dicken Gegenwind. Die Flugzeit verlängerte sich um eine Stunde. Endlich in Schönefeld angekommen, ging dann alles ganz schnell. Nur einen kurzen Blick auf den Perso gewähren lassen, Koffer abgeholt und mit dem Taxi Richtung Berlin.

Abflug aus Hurghada

Abflug aus Hurghada

So ein Abreisetag macht einen ganz schön fertig. Da ist man gleich wieder voll urlaubsreif. Aber zu Hause ist es auch voll schnafte. Bis zum nächsten Urlaub … Rinjehaun 😉

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...aka Björn Koblow. Ick bin ein Berliner, mal wieder. Ehrenamtlicher Beta-Tester und Internetzbefüller. Ich schreibe hier über alles und nichts. #ehemann #vater #42 #tasskaff #prooost #berlin #friedenau #damals™ #

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